Technologie und Nachhaltigkeit sind die großen Treiber für Wertschöpfung
Anlässlich der Global-Studie der PwC in Kooperation mit dem Urban Land Institute. sprach Christian Kaiser auf der European Outlook 2026: „Digital Governance wird das Betriebssystem in unseren Städten.“ Die jährlich herausgegebene Studie basiert auf Interviews mit rund 1.200 Marktteilnehmern in Europa und fokussiert die Marktstimmung in der Real Estate Branche für die nächsten 18 Monate. Es wurde deutlich, dass die Branche langfristig denkt und größeren Wert auf säkulare Trends wie Demografie, Digitalisierung und Dekarbonisierung legt.
Das Leitmotiv in Europa: Facing Reality – Chancen aktiv nutzen statt abwarten
Mit der Studie konnte PwC im Ergebnis feststellen, dass die Immobilienbranche widerstandsfähig sei – trotz der Herausforderungen, wie etwa den Änderungen in der US-Politik. „Führungskräfte erkennen an, dass sie sich mit der Realität des Marktes auseinandersetzen müssen, wenn sie erfolgreich sein wollen. Und trotz makroökonomischer Gegenwinde gibt es einige positive Anzeichen: Die meisten erwarten, dass die Verfügbarkeit von Fremd- und Eigenkapital im Jahr 2026 zunimmt – angetrieben durch neue Investoren wie europäische und US-amerikanische Family Offices, vermögende Privatpersonen und Private-Equity-Fonds. Man agiere in einem Umfeld, in dem Volatilität als Merkmal und nicht als Fehler betrachtet werde. Es werde versucht, Zyklen zu durchschauen und Positionen einzunehmen, von denen man glaube, dass sie Wachstum und Beständigkeit böten.“
Drei maßgebliche Trends – mit Blick auf Wachstum und Investment
Urban Legends – Städte führen das Feld an. Deglobalisierung mit Fokus auf Städte und Regionen ist inzwischen ein zentrales Anliegen – gegenüber 31 % im Vorjahr betonen dieses 70 % der Führungskräfte. Sie sind der Meinung, dass der Fokus selektiv auf Städte und Regionen gelegt werden muss, die Liquidität mit den besten Wachstumsaussichten verbinden. Die Befragten machten einen klaren Unterschied zwischen dem Wirtschaftswachstum der Stadt und dem eher gemischten Ausblick für das jeweilige Land insgesamt.
ESG sind Werttreiber geblieben – aber mit Pragmatismus. Nachhaltigkeit ist weiter ein entscheidender Faktor für Wertsteigerung und Investorenvertrauen. Klimarisiken sind nach Energieeffizienz das zweitwichtigste ESG‑Kriterium für den Zugang zu Finanzierungen, geben 83 % der Interviewpartner an. Die neuen Regulierungen werden mit etwas mehr Pragmatismus gesehen: ESG bleibt wichtig, aber nicht mehr alleiniger Fokus – Business Cases müssen im Vordergrund stehen.
Technologie ist Produktivitätsmotor – mit PropTech: 75 % der Befragten Entscheider setzen KI bei Immobilientätigkeiten ein – ein Anstieg gegenüber 51 % im Vorjahr. Noch sei aber unklar, ob KI nur als Copilot oder tief integriert auf Asset-Ebene eingesetzt würde. Sicher wäre hingegen, dass Digitalisierung weiter und PropTech-Lösungen zunehmend an Bedeutung für Effizienz und Kostenkontrolle gewinnen.
PropTech löst die Bedürfnisse in den Städten
„Wir sehen Wachstum, das auf klaren strategischen Treibern basiert. Ein Treiber sind die ESG-Themen. Wir wissen mittlerweile, dass das der Druckpunkt Nummer eins für bestimmte Geschäftsmodelle ist. Auf der anderen Seite wissen wir, dass sie nicht länger ein ‚Nice-to-have‘ sind. Dabei ist KI ist der Transformator Nummer eins für ökologische, ökonomische und digitale Herausforderungen. Und wir sehen die Verbindungen zum urbanen Kontext – denn PropTech Lösungen geben die Antworten auf die drängenden Bedürfnisse in den Städten“, betonte Christian Kaiser, Country Manager Germany eFM, auf der European Outlook 2026.
PropTechs seien nicht länger nur Option sondern eine strategische Infrastruktur für den Sektor. Hier entstehe die nächste Generation des europäischen Immobilienmarktes. „Das Bild ist klar: Die Finanzierungsvolumina verlangsamen sich, aber die Zahl der aktiven PropTechs wächst – um 21 % in Deutschland auf über 1.300 Unternehmen. Dabei orientiert sich der europäische Markt zunehmend an KI- und ESG-gestützten Modellen, die als B2B SaaS-Lösungen bereitgestellt werden,” so Christian Kaiser weiter. PropTech sei zur F&E-Abteilung des Immobiliensektors geworden – der Ort, an dem digitale, ökologische und soziale Transformationen prototypisiert und skaliert werden. Hier werden sich die Türen im Asset-Management weiter öffnen.
Die Logik von Space as a Service
Diese Entwicklung seien alles andere als theoretisch. Sie veränderten die Art und Weise, wie Räume gestaltet, verwaltet und verbessert werden: Die Menschen in den großen Städten verlangen nach Flexibilität, Zusammenarbeit, Dienstleistungen und messbarem Impact. Der Übergang sei klar: von Quadratmetern, die verwaltet werden, hin zu Erfahrungen, die gemanagt werden.
„Das ist die Logik von Space as a Service: Büros werden zu Zentren für Lernen und Zusammenarbeit, Nachbarschaften zu adaptiven Ökosystemen, Immobilien zu einem lebendigen und um-konfigurierbaren System. Dafür brauchen wir Modelle, die Technologien, Verträge und Menschen verbinden. So bewegen wir uns von fragmentierten Abläufen zu intelligenten, datengetriebenen Service-Ökosystemen. Räume zählen nur mit den Menschen und Ressourcen darin, sie müssen reaktiv und in der Lage sein, sich anzupassen.“
Digital Governance: das Betriebssystem in unseren Städten
Space as a Service beginnt bereits, die Wahrnehmung zu verändern. In allen großen Städten sehen wir eine Nachfrage danach, und die Technologie ist da, Digital Governance. Sie basiert auf den Kernthemen der PropTech-Transformation und ist in der Lage, die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und das zu liefern, was sie brauchen. In einem europäischen Szenario, das von geopolitischen Unsicherheiten und strukturellen Veränderungen durchzogen ist, ist die Richtung klar: Immobilien und Technologie müssen auf einer einzigen Wertplattform zusammenkommen. Und Digital Governance ist unsere Antwort darauf: Das Betriebssystem, das diese Konvergenz ermöglicht.
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Foto: Die European Outlook 2026 wurde von Real Asset Media und der PwC organisiert. Sprecher waren: Andreas Walter (Yester & Morrow); Christian Kaiser, Country Manager Germany eFM und CEO Archibus Solution Centers Germany; Dominik Brambring (Periskop Opportunities); Susanne Eickermann-Riepe (RICS); Thomas Veith (PwC). >> Bildnachweis: European Outlook 2026 >> zur Quelle …